Stolz und Vorurteil

Freitag, 06. Dezember 2019 |
Ort : München, Gewerkschaftshaus

Gesellschaftliche Solidarität wird immer mehr entlang identitärer Kategorien wie Ethnie, Kultur, Community oder Religion gedacht. Die Menschen stellen sich damit immer weniger den politischen Diskursen, in denen verhandelt wird, in welcher Gesellschaft sie leben wollen. Stattdessen steht zumindest in Europa (wenn nicht sogar weltweit) immer häufiger die Frage im Vordergrund: „Wer sind wir?“.

Ohne entsprechende Zugehörigkeit lässt diese Gesellschaft eine Teilhabe an ihr kaum zu. Gleichzeitig werden Menschen als zugehörig deklariert. Identität funktioniert nicht nur als Selbstzuschreibung, sondern ebenso – häufig mit verheerenden Folgen – als Fremdzuschreibung oder als gesellschaftlicher Zwangszusammenhang. Während die einen das gruppenbezogene Homogenisierungsversprechen als Selbstschutz benötigen – oder dies zumindest glauben – ist den anderen die Ausgrenzung das Anliegen. Zugehörigkeitswunsch oder oktroyierte Einordnung scheinen allgegenwärtig.

Wenn Identität nicht als gegeben und unabänderlich sondern als Prozess definiert wird, muss sie fortlaufend entstehen. Die Herstellung der Identität vollzieht sich hierbei im Spannungsfeld der Selbstwahrnehmung eines Individuums und den soziokulturellen Denkweisen und Kategorien seines Umfeldes. Agiert das Umfeld als festschreibendes Korsett, ist eine Emanzipation daraus schwer möglich, Zuschreibungen werden zementiert. Der kollektiven Identität wird immer – sei es in Zusammenhang mit dem Begriff der Kultur, des Volks oder der Nation – etwas genuin Eigenes zugeschrieben, welches dieses vermeintlich ausmacht. Aus diesen Einschätzungen heraus entstand die Idee, in einem größeren öffentlichen Rahmen zu diskutieren, wohin diese Entwicklungen führen, ob es einen emanzipatorischen Bezug auf Identitätskonstrukte überhaupt geben kann und inwieweit Kollektive als Klientelgruppen doch unverzichtbar für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse und notwendige Wirkmächtigkeit sind.

Mit einer Anmeldung unter www.stolz-und-vorurteil.net hilfst du/helfen Sie uns, die Anzahl der Teilnehmer*innen besser einschätzen und damit den Ablauf des Kongresses besser planen zu können. Die Anmeldebestätigung garantiert dir/Ihnen unter Beachtung des Einlassvorbehalts* und der Entrichtung des Kostenbeitrags an der Kasse den Zugang zum Kongress.

Einlass ist am Freitag (6.12.) um 18 Uhr und am Samstag (7.12.) um 9.00 Uhr.
Reservierte Karten müssen spätestens
eine halbe Stunde vor Beginn abgeholt werden!

Kostenbeitrag bei Reservierung
FR: 10 €/5 € (erm.)
SA: 15 €/10 € (erm.)
FR + SA: 22 €/15 € (erm.)

Kostenbeitrag an der Kasse
FR: 15 €/7 € (erm.)
SA: 20 €/12 € (erm.)
FR + SA: 30 €/17 € (erm.)

Ort: Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstr. 64
Veranstalter: 17grad

 
 

Termine

11.06.20 | 20:00
| Film

Jenseits des Krieges*
Taufkirchen, Kinocafé

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