Das Schweigen brechen - Zwangsarbeit im Landkreis Erding

Samstag, 08. Mai 2021 | 11:00 Uhr
Ort : Erding, Schrannenplatz

Aufruf zum gemeinsamen Erinnern an die Opfer der NS-Zwangsarbeit im Landkreis.
Die Veranstaltung der GEW Erding eröffnet die Woche "Gesicht für Gesicht - Zwangsarbeit im Landkreis Erding" und wird musikalisch begleitet.

Aus dem Flyer zur Veranstaltungswoche "Gesicht für Gesicht":

Mit etwa 13 Millionen Menschen war Zwangsarbeit ein unerlässlicher Faktor für die deutsche Kriegswirtschaft. Ihre Herkunft und „rassische“ Zugehörigkeit entschieden über deren Rechte. Insbesondere KZ-Häftlinge, polnische, ukrainische und sowjetische Arbeitskräfte galten als Untermenschen... und waren den Repressalien schutzlos ausgeliefert. Über 8.000 Menschen kamen größtenteils unter Zwang in den Erdinger Landkreis. Waren es bis 1941 einige hunderte französische Kriegsgefangene und belgische Vertragsarbeiter, so kamen allein 1942 mehr als 1.500 Menschen aus Osteuropa hier an - ganze Dörfer und Familien mit Kleinkindern.

Bis Kriegsende verschlechterte sich ihre Lage und Versorgung zunehmend. Im Erdinger Landkreis waren sie allgegenwärtig - vom Friseursalon in der Innenstadt über die Ziegelei bis zur Moosbahn. Viele der Arbeiter*innen sind hier gestorben und einige gar ermordert worden. Ihre Lebensgeschichten haben auch heute noch
Bedeutung, müssen dazu aber mühsam ausgegraben werden.

Der Erdinger Historiker Giulio Salvati promoviert an der New York University und beschäftigt sich zudem mit der NS-Geschichte im Landkreis Erding. Mithilfe von Spenden und zwölf Ehrenamtlichen hat er tausende von Daten und Bildern aus dem Staatsarchiv München digitalisieren lassen, die dort zu Zwangsarbeiter*innen vorliegen. Diese werden nach und nach veröffentlicht.

 

 
 

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