Black Lives Matter

Samstag, 04. Juli 2020 | 14:00 Uhr
Ort : Landshut, Ringelstecherwiese

Dresscode: All Black

Aufruf:

"Kniend auf dem Nacken eines schon fast bewusstlosen Mannes, sah der Polizist Derek Chauvin – mit der Unterstützung von drei weiteren Polizisten – ruhig zu, wie er dem Mann die letzten Atemzüge raubte. Die letzten Worte des schon regungslosen Mannes – „I can’t breathe.“. Sein Name war George Floyd und er war Schwarz und er war ein weiters Opfer des strukturellen Rassismus. Doch plötzlich geschah etwas, was so oft nach solchen rassistischen Morden ausblieb. Man wurde wach. Plötzlich entfachten nicht nur in den USA, sondern auch in Europa Debatten über Rassismus.

Auch in Deutschland brach ein Sturm voller Forderungen und Vorschläge los, mit einem Ziel: den Rassismus in Deutschland zu bekämpfen. Allerdings war, wie in jeder Debatte, auch diese geprägt von einer Gegenseite, die Nein-Sager oder wenn man genauer sein will die Ignoranten. Oft fielen Aussagen wie „Polizeigewalt gibt es hier doch nicht“ oder noch besser „Sowas gibt es nur in den USA“. Aussagen, die jede Arroganz übertreffen und einfach nur fern von jeglicher Lebensrealität sind, denn bekanntlich gibt es auch hierzulande rassistische Polizeigewalt. Doch wer trotz bekannter Fälle, wie den des Oury Jalloh, welcher im Jahr 2005 in einer Gewahrsamszelle der Polizei in Dessau-Roßlau angezündet wurde und qualvoll verbrannte, trotzdem behauptet in Deutschland gäbe es „sowas“ nicht, sollte seine rosarote Brille absetzen und der Realität ins Auge blicken. Auch hier in Deutschland gibt es strukturellen Rassismus und um etwas zu ändern müssen wir handeln. Und dies taten auch viele. Tausende Menschen gingen auf die Straße, um zu demonstrieren und Diskussionen über die Streichung des Wortes „Rasse“ aus dem Grundgesetz entstanden. Es schien so, als ob George Floyds Tod der letzte Tropfen war, der das Fass zum überlaufen brachte, der letzte Windstoß, der den Leuten die rosarote Brille aus dem Gesicht riss.

Ein Gefühl kam auf, ein gewisser Optimismus, verbunden mit der Hoffnung, dass weiße Menschen endlich aus ihrem – wie schon Tupoka Ogette beschrieben hat – happyland (eine Metapher für den Bewusstseinszustand, in dem sich weiße Menschen befinden, bevor sie sich aktiv mit Rassismus als System und der eigenen rassistischen Sozialisierung auseinandergesetzt haben) aufwachen. Allerdings geschieht seit zwei Wochen etwas Gefährliches, etwas, das dem Rassismus in unserer Gesellschaft schon seit Jahrhunderten die Nahrung gibt, die sie auch im Jahr 2020 so lebendig und allgegenwertig macht. Das Schweigen.

Die Feeds auf Instagram und Co. sind wieder „back to normal“, in den Medien wird weniger über das Thema berichtet und in der Politik wird versucht den Fokus umzuschwenken. Für die meisten weißen Menschen ist das Thema jetzt aufgebraucht, dass sie vor zwei Wochen noch auf der BLM–Demo lauthals Forderungen gestellt haben, ist schon längst vergessen. Nach dem Motto „So jetzt haben wir was Gutes für den Schwarzen Mann in Amerika gemacht.“. Jedoch reicht es nicht zu sagen „Ich bin ja kein Rassist.“, denn in einer Gesellschaft, in der der Rassismus so tiefst verwurzelt ist, dass People of Color ihn nicht nur durch Angriffe von Rechte – sondern auch im alltäglichen Leben , in der Politik, der Justiz und jedem erdenklichen Lebensbereich – erfahren, braucht es aktives anti-rassistisches Handeln.

Einmal an einer Demonstration teilzunehmen reicht nicht, denn der Kampf gegen Rassismus ist noch nicht gewonnen. Deswegen rufen wir Euch dazu auf, am Samstag, den 04.07.2020, mit uns zu demonstrieren, denn „Black Lives Matter“ ist kein Trend, dem man sich für eine Woche widmet, sondern sollte verinnerlicht werden, um dem Rassismus den Kampf anzusagen."

Autorin: Akosua Abrefa-Busia & BLM-Gruppe Landshut

 
 

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