Drei Jahre nach den erschütternden Bildern vom Eindringen von IS-Kämpfern in die nordsyrische Stadt Kobanê ist die Stadt in den kurdischen Selbstverwaltungsgebieten ("Rojava") nahe der türkischen Grenze heute befreit. Allerdings kamen in dem Krieg hunderte YPG/YPJ-Kämpfer_innen und Zivilist_innen um's Leben, viele wurden verwundet oder traumatisiert. Hunderttausende sind geflohen, in die Türkei, in den Libanon oder über den Balkan Richtung Europa. Manche überlebten dies nicht, wie der 3-jährige Junge, dessen Bild, das ihn tot am Strand von Bodrum liegend zeigte, um die Welt ging. In den Lagern der Nachbarländer fristen die Geflohenen zumeist ein kärgliches Dasein ohne jede Perspektive. Seit Kobanê wieder unter Kontrolle der Selbstverteidigungskräfte ist kehren sie allmählich zurück. Doch ihre Stadt ist ein Trümmerhaufen. Das Ausmaß der Zerstörungen überragt noch weit das anderer syrischer Städte.

Vor den Angriffen des IS war Kobanê ein Ort der Hoffnung: Das Leben in der 100000-Einwohner-Stadt war friedlich und wie in ganz Rojava ausgerichtet auf Basisdemokratie, religiöse und ethnische Pluralität sowie soziale Gleichheit und Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Das zog nicht nur den Haß des IS auf sich sondern auch die Feindschaft der türkischen Regierung, die sich ebenfalls und immer deutlicher als Kraft des politischen Islam erweist: Sie zensiert Medien, verfolgt Oppositionelle und hat den Krieg gegen die PKK neu entfacht. Unter dem Vorwand, eine Schutz- oder Pufferzone errichten zu wollen, ist die Türkei in die kurdischen Selbstverwaltungsgebiete einmarschiert um diese zu unterwerfen. Inmitten dieser von Krieg, Unterdrückung und fanatischer Religiösität geprägten Region steht das gesellschaftliche Modell Rojavas stellvertretend für das Ringen der Menschheit um Emanzipation und Befreiung.

Damit sich die Menschen in Kobanê und Rojava gegen die Barbaren des IS wie auch gegen die Aggressionen der Türkei behaupten können, brauchen sie Unterstützung, materiell und politisch. Organisieren wir deshalb einerseits den Widerstand gegen eine deutsche Politik, die das reaktionäre Erdogan-Regime stützt und die der PKK nahestehenden Selbstverteidigungskräfte als Terroristen diffamiert. Vergessen wir andererseits aber nicht die existenziellen, materiellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten vor Ort und unterstützen wir eines der aktuellen Projekte zum Wiederaufbau Kobanês:

Eine Berufsschule für Mädchen

Dieses Projekt wurde initiiert von Haydar Isik und dem Verein "Bewegung zum Frieden hin e.V." aus Maisach, dem Bündnis "Fürstenfeldbruck ist bunt - nicht braun", dem DGB FFB, der GEW FFB und dem Sozialforum Amper FFB und wird mit dem Bürgermeister von Kobanê, Mustefa Ebdi, koordiniert.

Die Berufsschule soll  folgendermaßen ausgestattet werden:
5 Klassenzimmer, 2 Werkstätten, 2 Computerräume, 1 Kreativraum, 20 Schlafräume à max. 6 Betten, 2 Freizeiträume, 4 Sanitärbereiche, 1 Speisesaal, 2 Küchen, 1 Aula, 1 Garten, 1 Sportplatz.

Das Projekt wurde mit 250.000 € kalkuliert, bis November 2018 sind bereits ca. 101.000 € gesammelt.  Mitte 2018 war eine GEW-Delegation in Kobanê und hat den Baubeginn vorbereitet.

Wenn ihr dieses Projekt mit uns unterstützen wollt, könnt ihr auf folgendes Konto spenden:

Sonderkonto International
Stichwort "Rojava"
IBAN DE98700519950000008656
BIC BYLADEM1ERD

 

Mehr Infos:


ARTE-Reportage "Syrien: Rojava stellt Frauen gleich"

ARTE-Doku "Der Freiheitskampf der Kurdinnen"
https://www.youtube.com/watch?v=XuNoecGUjWE

Elke Dangeleit auf Telepolis: China gegen türkische "Sicherheitszone" in Nordsyrien
http://www.heise.de/tp/artikel/46/46622/1.html

Interview mit Songül Karabulut, Mitglied im Vorstand des Exekutivrates des Kurdistan-Nationalkongresses (KNK)
http://www.jungewelt.de/2015/11-02/037.php?sstr=rojava

Bericht von Spiegel-TV über die Zerstörungen in Kobanê
http://www.spiegel.de/video/schockierende-drohnenbilder-aus-dem-zerstoerten-kobane-video-1622468.html

Internationale Brigaden für den Wiederaufbau von Kobanê
https://www.kobane-brigade.org/

Aktuelle Meldungen von Civaka Azad, dem kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit:
http://civaka-azad.org/

Kobanê-Kampagne von medico international
https://www.medico.de/kobane/

Termine

11.02.19 | 00:00 - 16.03.19 | 00:00
| Ausstellung und Begleitprogramm

Banditi e ribelli
München
16.02.19 | 13:00
| Demo

Gegen die NATO- „Sicherheits"-Konferenz
München, Stachus

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